Theater 2016 - Afrika und Tante Laura

 

hintere Reihe von links: Peter Tauscher, Bernhard Wunderle, Katja Henneberger, Sabine Gschwind

vordere Reihe von links: Robert Kosteletzky, Jana Wegele, Angie Wegele, Carina Lischka

 

Das war wieder ein überaus erfolgreicher Angriff auf die Lachmuskeln des Publikums, was die Laiendarsteller der Theatergruppe desFC Unterbechingenauf der Bühne des Sportheims dem ausverkauften Haus serviert hatten. Mit dem Schwank in drei Akten „Afrika und Tante Laura“, aus der Feder von Erich Koch, hatte das Ensemble ein Stück ausgesucht, das den Schauspielern geradezu auf den Leib geschrieben schien.
Und wenn dann der Autor noch selbst anwesend ist und nach beinahe zweieinhalb Stunden Kurzweil, Tempo, Spielwitz und herrlich gespielter Situationskomik die Bühne mit den Worten betritt „Besser geht’s nicht“, dann muss sich so mancher der Schauspieler ob dieses Lobes auf der Bühne mit weichen Beinen einen Sitzplatz suchen. Doch nicht genug damit,Erich Kochhatte nicht nur dieses Urteil für die Unterbechinger Bühnenakteure übrig. Er lobte das Spiel jedes einzelnen Darstellers, als ob er selbst die Besetzung der Rollen vorgenommen hätte. Und als er dann noch hinzufügte, „ich musste mich beinahe das ganze Stück über krümmen vor Lachen, obwohl ich ja jede Szene kenne“, wollte der zustimmende Beifall des Publikums nicht mehr enden.
Das Stück dreht sich um Kurt Blaumann, einen Ehemann mit erheblichen Geldsorgen, vortrefflich in Szene gesetzt von Peter Tauscher. Er hat ob dieser Geldsorgen seiner reichen Tante in Afrika seit Jahren Lügen erzählt, um Geld von ihr zu erhalten, doch dann das Geld auch noch ohne das Wissen seiner Familie verzockt. Aber der Reihe nach: Als Kurts einzige Erbtante Laura (Sabine Gschwind) ihren Besuch aus Afrika ankündigt, kommt Kurt in große Schwierigkeiten. Denn er hat nicht nur für unzählige erfundene Operationen Geld erschwindelt, sondern seine Ehefrau Ulla (Angie Wegele) sterben lassen, die Tochter Gabi (Jana Wegele) verheiratet und die unmittelbare Geburt eines Enkels angekündigt.
Als er seiner Frau und den Kindern die Misere beichten muss, willigen diese wohl oder übel in seinen Plan ein, der Tante eine Komödie vorzuspielen. Uwe alias Viktor (Robert Kosteletzky), der zwar gerade die weibliche Seite seiner Männlichkeit auslebt, aber dennoch ein Auge auf Gabi geworfen hat, spielt den Ehemann, und Kurts Ehefrau Ulla mimt herrlich überzeugend eine türkische Putzfrau. Als dann Tante Laura mit ihrem afrikanischen Begleiter IdI Kongolus alias Kongo, unnachahmlich von Bernhard Wunderle gespielt, eintrifft, beginnt Kurts Lügenkomödie, bei der die Postbotin und gleichzeitige Dorfratschn Trine (Carina Lischka) auch noch eine tragende Rolle spielt. Ob Kurts Kartenhaus der Täuschungen hält oder Tante Laura das Lügengebäude entlarvt, wird hier nicht verraten. Nur eins an dieser Stelle: Das Stück endet turbulent mit afrikanischem Bingo Bongo.