Theater 2015 - Castinglust und Rollenfrust

Hintere Reihe (von links): Gschwind Sabine, Kostelezky Robert, Lischka Carina, Lischka Sabrina,

Gönner Susanne, Wengert Andreas, Wegele Jana, Kling Silvia

Vordere Reihe (von links): Wunderle Bernhard, Tauscher Hans-Peter, Wegele Andrea

 

Wenn die Theatergruppe des FC Unterbechingen nach wochenlangen Proben zu ihren Aufführungen ruft, ist ihr ein volles Haus sicher. So auch in dieser Theatersaison, in der die Live-Bühnen-Show in drei Akten „Castinglust und Rollenfrust“ von Hans Schimmel zur Aufführung kommt. Es war wieder einmal äußerst komisch, was auf der Bühne des Sportheims in Unterbechingen vor sich ging. Das Publikum ging mit dem Skandal-Kanal RTU auf Sendung und war hautnah dabei, als im Rahmen der neuen Doku-Soap „Rollentausch extrem – keine Gnade für den Partner“ bei den Eheleuten Moppel, Kleinschmitt und Maier die Fetzen flogen.

Eigentlich könnte die Welt von Alfred Moppel, überzeugend interpretiert von Peter Tauschner, sehr schön sein, wenn er in der Lage wäre, sich endlich seinen lang ersehnten Wunsch zu erfüllen – den Ultra-HD-Flat-Screen-Fernseher. Als eingefleischtem Sozialhilfeempfänger steht seiner Leidenschaft eigentlich nur eins im Weg, die Arbeit, zu der er mit Nachdruck von Sozialamtsmitarbeiterin Isolde Wiesenhofer (Sabine Gschwind) und seiner Frau Elfriede (Andrea Wegele) angehalten wird. Nicht anders ergeht es seinem Freund Harry Kleinschmitt (Bernhard Wunderle). Der ist jedoch im Gegensatz zu Alfred Moppel nicht in der Lage, Frau Wiesenhofer vom Amt zu täuschen, weshalb seine Geldknappheit noch gravierender ist. Der Dritte im Bunde, Paul Maier (Robert Kosteletzky), ist ein Lebenskünstler und hat herausgefunden, dass beim Fernsehen Geld zu verdienen ist. So waren dann auch die geplagten Ehefrauen Elfriede, Agathe (Sabrina Lischka) und Franziska (Carina Lischka) schnell überredet, am Rollentausch der Doku-Soap teilzunehmen. Schließlich lockten 30000 Euro Prämie. Überwacht wird das Gewinnspiel von Notar Willi von Birkenglück (Andreas Wengert), der für gelungene Aktionen Joker verteilt und Verstöße mit Prämienabzug ahndet. Die Live-Schaltungen moderiert herrlich überdreht Isabell la Glock (Jana Wegele), die nur auf Einschaltquoten bedacht, sensationslüstern auf Eskalationen zwischen den Eheleuten wartet. Welches Ende die Doku-Soap nimmt, sei hier nicht verraten, nur so viel: Das Publikum honorierte die gute schauspielerische Leistung der Darsteller, den Schwung auf der Bühne und die gute Regie von Susanne Gönner und ihrer Assistentin Silvia Kling trotz stark beanspruchter Lachmuskeln immer wieder mit Szenenapplaus.